Kreis Ludwigsburg Zahl der Borreliose-Fälle steigt

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Lauern in Büschen, im Unterholz und hohen Gras: Zecken Foto: dpa/Patrick Pleul

Kornwestheim - Sie lauern in Büschen, im Unterholz und im hohen Gras: Zecken können ein ernstes Gesundheitsrisiko darstellen und Krankheiten wie Lyme-Borreliose oder Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) übertragen – und die Zahl der Fälle im Landkreis Ludwigsburg steigt. Das geht aus einer Auswertung der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr hervor. Demnach waren im Jahr 2019 659 Versicherte im Landkreis wegen einer Lyme-Borreliose in ärztlicher Behandlung. Der Anteil der Betroffenen ist damit seit 2015 im Schnitt um knappe fünf Prozent jährlich gestiegen. In ganz Baden-Württemberg lag diese Zahl für den gleichen Zeitraum bei durchschnittlich 2,9 Prozent jährlich.

Wichtig, um schlimmere Folgen zu vermeiden, ist die frühzeitige Erkennung: Tritt einige Tage, manchmal auch erst einige Wochen nach einem Zeckenstich eine sogenannte Wanderröte auf, deutet das auf eine Borreliose-Infektion hin. Die deutliche ringförmige Hautrötung ist oft im Zentrum blasser als am Rand. Der rote Ring wandert dann allmählich nach außen. In einigen Fällen erscheint nur eine unspezifische Hautrötung, die wandert. Die Wanderröte ist zu unterscheiden von einer juckenden Rötung der Haut, die meist nach einem Zeckenstich an der Einstichstelle auftritt und nach einigen Tagen wieder verschwindet – eine normale Reaktion und kein Anzeichen einer Borreliose.

Bei grippeähnlichen Symptomen nach einem Biss: Arzt aufsuchen

Aber Achtung: Nur bei etwa jedem zweiten Erkrankten tritt eine Wanderröte auf. Deshalb ist es wichtig, auch dann den Arzt aufzusuchen, wenn es innerhalb von etwa sechs Wochen nach dem Zeckenstich zu grippeähnlichen Beschwerden wie zum Beispiel Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit kommt. Die Erkrankung kann mit Antibiotika wirkungsvoll therapiert werden. Ohne Antibiotikabehandlung ist das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht – dann kann es in der Folge zu einer Neuroborreliose mit Lähmungserscheinungen, Nervenentzündungen oder einer Gehirnhautentzündung kommen.

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) tragen in FSME-Risikogebieten, zu denen auch der Landkreis Ludwigsburg gehört, bis zu fünf Prozent der Zecken das FSME-Virus in sich, das zu einer Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung führen kann. Anders als gegen Borreliose-Bakterien gibt es gegen die FSME-Viren eine Impfung.

Nach dem Aufenthalt im Freien den Körper nach Zecken absuchen

Bei einem Aufenthalt in der Natur ist die richtige Kleidung eine wichtige Vorsichtsmaßnahme. Dazu gehören geschlossene Schuhe, Strümpfe und lange Hosen. Im Anschluss sollte man den Körper immer sorgfältig nach Zecken absuchen. Das gilt ganz besonders auch für Kinder, die im Freien gespielt haben. Hat eine Zecke gestochen, sollte sie so schnell wie möglich mit einer Zeckenpinzette oder Zeckenkarte entfernt und die Wunde sorgfältig desinfiziert werden. Dabei die Zecke möglichst nicht drehen und auf keinen Fall vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff beträufeln, weil dies dazu führen könnte, dass die Zecke mögliche Krankheitserreger abgibt. Zu allen Impfungen beraten Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte.

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