Kunstrad RSV Möve will wieder auf die Jugend setzen

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Kunstvoll unterwegs: Lara Durlach Foto: z

Kornwestheim - Es ist ein Weilchen her, dass Vertreter des RSV Möve Kornwestheim so richtig große Erfolge feiern durften. Um genau zu sein liegt es fast dreieinhalb Jahre zurück, als Steffen Sammet, Fabian und Antje Grochau sowie Meike Reinfurt sich in Moers den deutschen Meistertitel im Vierer-Kunstradfahren holten. „Danach, das muss man ehrlich sagen, gab es bei uns so was wie ein Loch“, räumt Möve-Coach Wolfgang Sammet ein. Denn in vielen, vielen Jahren zuvor waren bei nationalen Titelkämpfen stets Kornwestheimer Fahrerinnen und Fahrer in den Bestenlisten zu finden gewesen.

Nun aber zog sich das zuletzt erfolgreiche Quartett vom aktiven Geschehen zurück. „Nach der Meisterschaft war auch ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören“, findet Sammet. Doch seitdem kämpft der RSV Möve darum, die Sportart für den Nachwuchs wieder interessant zu machen. Das ist nicht einfach, wie Sammet berichtet. „Vor zwei Jahren hatten wir ja die Kreismeisterschaften bei uns in Kornwestheim, und dabei gab es auch die Gelegenheit, in die Sportart reinzuschnuppern“, blickt der 67-Jährige zurück. Damals seien zwei talentierte Mädchen dabei geblieben – die aber mittlerweile aus schulischen Gründen wieder aufgehört hätten.

Nun startet man beim Verein einen neuen Versuch, das Jugendtraining unter der Woche wieder fest zu etablieren. „Dabei geht es zunächst darum, dass die Kinder die Sportart von Grund auf lernen können“, so Sammet. Das gehe ganz unterschiedlich schnell. „Und wenn die Kinder das wollen, können sie gegen später auch am Wettkampfsport teilnehmen.“ Allerdings habe er beobachtet, dass das längst nicht deren Hauptanliegen sei. Oft sei sogar das Gegenteil der Fall.

Doch wie startet man in diese Sportart, die dann doch stets etwas abenteuerlich anmutet? „Wir fahren ja eigentlich immer im Kreis“, beschreibt Sammet, „und genau so fangen wir auch an.“ Dann agiere man mal einhändig, und irgendwann habe man die Füße kaum noch auf den Pedalen. „Man arbeitet sich Schritt für Schritt weiter vor.“ Schließlich schule die Sportart den Gleichgewichtssinn und bringe einen sicheren Umgang mit dem Fahrrad – auch im Alltag. „Die Konzentration wird besser und auch die Koordination“, fügt Sammet hinzu, der bis 2006 selbst noch Kunstrad gefahren ist und seit 1978 den Übungsleiterschein besitzt. Denn: Ohne Hilfestellung geht beim Jugendtraining selbstverständlich gar nichts.

Sämtliches Equipment stellt der Verein zur Verfügung. Notwendig ist zunächst nur eine enge Hose. „Unsere Räder haben keinen Kettenschutz“, erklärt Sammet. So werde das Risiko minimiert, sich mit der Kleidung in den Ritzeln zu verheddern. Für den Anfang tun es Turnschuhe, wobei Gymnastikschläppchen über kurz oder lang dazugehören. „Mit denen bekommt man ein besseres Gefühl für die Pedale und für die Dornen.“ Dornen? So heißen die Stangen, die als Verlängerung der Achsen zu jeder Seite des Rades herausragen – und auf denen ebenfalls Kunststücke vollführt werden. Die Fahrräder an sich haben eine spezielle Lenker- und Sattelform und verfügen weder über eine Bremse noch über eine Gangschaltung. Die Übersetzung ist praktisch Eins-zu-eins.

Sammet wirbt weiter für seine Sportart: „Einige frühere Athleten haben mir erzählt, dass sie das Kunstradfahren auch in der Schule oder im Beruf weitergebracht hat.“ So hätten sie gelernt, auf den Punkt in Topform zu sein.

Kontakt Wer Interesse am Kunstradfahren beim RSV Möve Kornwestheim hat, kann sich bei Wolfgang Sammet melden: telefonisch unter 2 36 53 (auch per Nachricht auf dem Anrufbeantworter) oder per Mail an wolfgang.sammet@web.de.

Termine „Wir sind recht flexibel“, sagt Sammet. Der Verein kann montag-, mittwoch- und freitagabends in die Halle der Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule.

Info Weitere Infos zum Kunstradsport gibt es auf der Internetseite www.wrsv.de/hallenradsport/kunstrad.

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