Leichtathletik Einmal über die eigene Körpergröße springen

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Alles andere als sprunghaft, sondern im Training sehr diszipliniert: Johanna Göring. Foto: z

Kornwestheim - Wie andere Sportlerinnen in ihrem Alter träumt auch Johanna Göring davon, irgendwann einmal an einem großen Wettkampf wie den Weltmeisterschaften teilzunehmen. Eine besondere Marke hat sich die 15-Jährige aber schon für die nahe Zukunft gesetzt: „Ich möchte mich einfach immer weiter verbessern. Aber einmal über meine eigene Körpergröße zu springen, das wäre toll“. Das würde einigen ihrer etwas kleiner gewachsenen Altersgenossinnen sicherlich leichter fallen. Denn die Nachwuchs-Hochspringerin des SV Kornwestheim misst 1,84 Meter. „Das ist natürlich ein Vorteil beim Hochsprung, vielleicht ist mir der Einstieg dadurch leichter gefallen“, sagt sie.

Wie in der sportlichen Ausbildung von jungen Leichtathleten üblich hat Johanna Göring vom Laufen übers Sprinten und Werfen bis zum Springen sämtliche Disziplinen gelernt und getestet. Mit dem Springen habe es dabei von Beginn an besonders gut geklappt, blickt die Gymnasiastin zurück. „Ich habe einfach alles ausprobiert, beim Hochsprung hatte ich gleich ein gutes Gefühl.“ Dass es für die 15-Jährige nun immer höher hinausgeht, ist aber nicht nur dem guten Gefühl, sondern vor allem vielen Trainingsstunden zu verdanken. „Johanna ist für ihr Alter schon eine sehr kluge Athletin“, sagt Georg Nikokiris, stellvertretender Abteilungsleiter des SVK, „Sie hat neben ihrem Talent eine sehr gute Einstellung und ist in den Trainings sehr fleißig.“

Während für andere Jugendliche im gleichen Alter nach der Schule Freizeit angesagt ist, schwitzt Johanna Göring an fünf Trainingstagen pro Woche. Da ihr Talent auch den Landestrainern am Olympiastützpunkt in Stuttgart nicht verborgen geblieben ist, gehört sie seit Oktober 2018 zum Regionalkader und ist im vergangenen Herbst in den Landeskader aufgestiegen. Das macht sich auch in ihrem Trainingsplan bemerkbar: montags steht das Training beim SV Kornwestheim an, Dienstag trainiert sie bei Landestrainerin Jennifer Hartmann vor allem Kraft. „Mittwochs trainiere ich am Stützpunkt Sprint und Sprung und erst am Freitag ist das Hochsprungtraining“, gewährt die 15-Jährige einen Einblick in ihre Sportwoche und fügt hinzu: „Ach ja donnerstags mache ich dann zuhause auch Übungen, die mir meine Trainerin mitgibt.“

Um Training und die Wettkämpfe am Wochenende mit der Schule – die junge Hochspringerin besucht das Stuttgarter St.-Agnes-Mädchengymnasium – unter einen Hut zu bekommen, sei schon einiges an Organisation notwendig, gesteht Johanna Göring. „Die Sommerferien kamen jetzt auch zur richtigen Zeit, damit sich Johanna auch einmal eine Pause gönnen konnte“, sagt Georg Nikokiris, „davor hatte sie wirklich schon ein großes Pensum abgespult.“

Dass sich der große Aufwand lohnt, bewies die württembergische Meisterin bei ihren letzten Wettkämpfen vor der Sommerpause. Beim Meeting in Neckarsulm Mitte Juli verbesserte die SVK-Athletin ihre bisherige Bestleistung von 1,61 Metern um sieben Zentimeter. Beim Wettkampf in Heilbronn eine Woche später legte sie noch eine Schippe drauf und überquerte die Latte bei ihrer neuen Bestleistung von 1,72 Metern. „Das war schon ein tolles Gefühl“, blickt Johanna Göring zurück. Und Georg Nikokiris sagt: „Das macht uns alle im Verein sehr stolz. Wir Trainer und auch die anderen Athletinnen und Athleten freuen sich mit Johanna.“

In dieser Woche beginnt nicht nur die Schule wieder, auch das Hochsprungtraining nimmt Fahrt auf. An größeren Meisterschaften wird Johanna in diesem Jahr nicht mehr teilnehmen, der Blick geht schon auf 2021, in dem der nächste Entwicklungsschritt nach vorne – oder besser gesagt: Entwicklungssprung nach oben – folgen soll. Übrigens: Um ihr selbst gestecktes Ziel zu erreichen, bleibt der 15-Jährigen noch etwas Zeit. Denn ihre Landestrainerin Jennifer Hartmann holte sich mit 17 Jahren den deutschen Rekord in ihrer Altersklasse. Die neue Rekordmarke damals im Jahr 2004: 1,84 Meter.

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