Leichtathletik Erst die Waden, dann die Oberschenkel

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Jasmin Klotz Foto: privat

Markgröningen - Nach knapp zwei Jahren Pause ging Jasmin Klotz aus Markgröningen beim Generali Marathon in München wieder bei einem offiziellen Wettkampf an den Start. Von knapp 11 000 Startern lief sie in 2:50.22 Stunden gleich auf den starken vierten Platz. Klotz, die für das Team Ortema startet und 2019 den Dresden-Marathon gewonnen hatte, lief damit nicht nur als drittbeste Deutsche, sondern auch als Dritte ihrer Altersklasse auf das Podium. Die Siegerin Corinna Harrer aus Regensburg benötigte für die 42,195 Kilometer eine Zeit von 2:43.11 Stunden. Sie darf sich damit auch Deutsche Marathonmeisterin 2021 nennen.

Jasmin Klotz, die 2018 schon den Bottwartal-Marathon gewonnen hat und im Jahr zuvor Dritte war, ging flott ins Rennen. Sie hielt sich taktisch klug stets ein bis zwei Sekunden direkt hinter Julia Stern aus Freising, ihrer direkten Konkurrentin um einen Platz auf dem Podium der deutschen Läuferinnen. „Bleib einfach dran, dachte ich mir, auch wenn es etwas gemein ist, keine Führungsarbeit zu leisten“, gab die Markgröningerin im Nachgang zu Protokoll und fügte hinzu: „Julia hatte aber einen Pacemaker dabei und wir hatten das ganze Rennen über ein echt sehr gutes und faires Verhältnis.“

Obwohl Klotz’ Wade am Morgen noch etwas Probleme gemacht hatte, zog sie die Schlagzahl von 4.02 Minuten pro Kilometer bis ins Ziel durch. „Bei Kilometer 13 machte sich dann die Wade bemerkbar und ich dachte: Wie, jetzt schon?“, sagte sie. Dann aber sei sie auf der Strecke so mit Schauen und ihrer Verpflegung beschäftigt gewesen, dass sie gar nicht mehr darüber nachgedacht habe. Ganz zum Schluss meldeten sich dann noch die hinteren Oberschenkel. „Aber das kenne ich ja, das gehört einfach dazu.“

Ihre Gegnerin musste dem scharfen Tempo allerdings Tribut zollen, Jasmin Klotz zog bei Kilometer 34 an, um zu zwei aus der Gruppe enteilten Läufern aufzuschließen. Somit war der Rest eine klare Sache, sie erreichte ungefährdet und mit neuer persönlicher Bestleistung das Ziel im altehrwürdigen Olympiastadion in München.

Das Fazit? „Das Schlimmste waren nach dem Wettkampf die ewig langen Treppen von der Tartanbahn hoch aus dem Olympiastadion heraus“, so Klotz, „ aber das habe ich nach so einem Tag gern in Kauf genommen.“

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