Leichtathletik Zum sechsten Mal in Folge die Nummer eins

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Traumwetter und Teilnehmerrekord – der Bottwartal-Marathon war auch 2019 ein Riesenerfolg. Foto: Archiv/Werner Kuhnle

Steinheim/Bottwartal - Der erste Kommentar, den Gerhard Petermann über WhatsApp verschickte, sagt wohl alles über die Gefühlswelt des Organisationschefs vom Bottwartal-Marathon aus: „Wie geil ist das denn?“, tippte er ins Smartphone, als er das Ergebnis der Abstimmung des Onlineportals marathon4you weiterleitete. Bei dem jährlichen Voting hatte die Laufveranstaltung mit Start und Ziel in Steinheim im Landkreis Ludwigsburg ja bereits in den vergangenen Jahren jede Menge Erfolg. Doch das Ergebnis für 2019 toppt das alles noch einmal: Zum sechsten Mal in Folge ist der Bottwartal-Marathon der beliebteste Marathon Baden-Württembergs. Doch damit nicht genug: In der bundesweiten Gesamtwertung kommt man auf Platz acht. Ein so gutes Ergebnis hat man noch nie erzielt. Und was Petermann ganz besonders freut: „In der vor einem Jahr neu geschaffenen Sonderwertung ,Landschaftsläufe’ sind wir von Platz drei auf zwei geklettert.“

An Rang eins im Ländle hat man sich ja fast schon gewöhnt. „Am Anfang haben manche das vielleicht noch für einen Zufall gehalten, einige Läufer haben wohl auch erst einmal gefragt, wo denn das Bottwartal überhaupt liegt. Aber wir haben gemerkt, dass wir – auch durch diese Abstimmungen – jetzt eine gewisse Bekanntheit erlangt haben. Der Bottwartal-Marathon ist mittlerweile eine Größe und eine gefestigte Marke“, sagt Petermann. „Wenn wir zum Beispiel mit unserem Werbestand auf einer anderen Veranstaltung sind, werden wir oft angesprochen: ,Ach, ihr seid doch der beliebteste Marathon in Baden-Württemberg!’ Das zeigt uns, dass wir doch einiges richtig gemacht haben.“ Dass die Abstimmung auch dieses Mal so erfolgreich gelaufen sei, habe neben der organisatorischen Qualität auch mit dem guten Wetter zu tun gehabt. „Das hat uns natürlich in die Karten gespielt, genauso wie der neue Teilnehmerrekord“, so Petermann, der betont, dass dieser Rekord „nicht durch die Steigerung bei den Kindern zustande kam, sondern tatsächlich durch eine höhere Läuferzahl bei den Erwachsenen“. Ein Faktor könne natürlich auch der späte Termin gewesen sein. „Ein Lauf im Oktober ist am Jahresende halt besser in Erinnerung als einer im März. Allerdings war zum Beispiel München fast zeitgleich mit uns – und die sind nur auf Platz 20 gelandet.“

Was die künftigen Platzierungen beim Voting von marathon4you betrifft, so sieht der Organisationschef kaum noch Steigerungspotenzial. In der Kategorie „Landschaftsläufe“ gebe es am Rennsteiglauf im Thüringer Wald kein Vorbeikommen. „Das ist eine Kult-Veranstaltung, die es schon vor der Wende gab. Das ist eine ganz andere Liga“, betont er. Und was die Gesamtwertung betrifft, sei „vielleicht noch ein Plätzchen mehr denkbar. Aber man muss sich einfach mal vor Augen halten, dass alle anderen Läufe da oben im Vergleich zu uns mindestens die dreifache Teilnehmerzahl haben. Da bräuchten wir eine wahnsinnig hohe Abstimmungsquote unserer Teilnehmer, um da mitspielen zu können. Ich denke, dass das Ergebnis von diesem Jahr so ziemlich das Optimum ist“, so Petermann. Neben der Freude und dem Ansporn sei dieser Erfolg aber auch „eine Verpflichtung und eine gewisse Belastung. Das ist so ein wenig wie beim FC Bayern: Für die ist der Zweite ja auch der erste Verlierer“, sagt Petermann mit einem Schmunzeln. „Deshalb sind wir immer bestrebt, uns noch weiter zu verbessern. Das geht natürlich nur in immer kleineren Schritten, aber es geht.“

So habe er kürzlich mit den Verantwortlichen für Gronau, den Startort für den Halb-Marathon, zusammengesessen. „Wir haben beschlossen, dass es für die Marathonläufer, für die Gronau ja nur eine Durchgangsstation ist, künftig eine eigene Spur geben wird, damit die nicht in den Starttrubel geraten und ihr eigenes Tempo weiterlaufen können.“ Vielleicht sind es ja Kleinigkeiten wie diese, die dem Bottwartal-Marathon künftig doch noch das ein oder andere Plätzchen beim Voting bringen.

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