Leseratte Fußballer haben Kick-Verbot

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Trainingsauftakt bei den SVK-Fußballern Foto: Marius Venturini

Kornwestheim - Die Leseratte hat ja bekanntlich auch eine Vorliebe für den Sport. Beim Schwimmen war sie schon, beim Handball, und neulich hat sie sogar Rollstuhl-Basketball ausprobiert. Und natürlich mag sie auch Fußball. Nur das kann sie die kommenden Wochen in Kornwestheim vergessen. Es ist Winterpause. „Aber die Spieler werden doch sicher nicht die ganze Zeit auf der faulen Haut liegen“, denkt sie sich – und fragt einen, der es schließlich wissen muss.

Sascha Becker ist Trainer des Bezirksligisten SV Kornwestheim. Er legt großen Wert darauf, dass seine Spieler auch im kommenden Jahr fit sind und ihr Bestes geben können. „Aber erst mal herrscht für die Kicker strengstes Fußball-Verbot“, sagt der Coach. „Wie jetzt?“, wundert sich die Ratte. „Ja, zwei Wochen lang sollen sie mal die Füße hochlegen und den Kopf abschalten“, erklärt Becker. „Ins Stadion zum VfB gehen ist aber schon erlaubt, oder?“, fragt die Lese-Ratte. „Ja“, antwortet der SVK-Trainer, „aber mehr auch nicht.“

Nach zwei Wochen Erholung beginnt dann das Fitnessprogramm. Zweimal pro Woche sollen die Spieler joggen, ins Schwimmbad gehen oder Rad fahren. „Wer möchte, kann auch die Langlauf-Skier auspacken“, so Becker. Das Ganze steigert sich dann nach und nach. Einige Spieler treffen sich auch und drehen im Kornwestheimer Stadion ihre Runden. Außerdem will Sascha Becker, dass die Kicker sich zusätzlich dehnen. „Das geht nach dem Aufstehen oder unter der Dusche“, sagt der Trainer. „Zum Beispiel soll man mit den Fingern an die Zehenspitzen kommen.“

„Und was ist mit Fußball?“, will die Ratte wissen. „Der ist dann natürlich wieder erlaubt“, antwortet Becker. „Viele Spieler machen auch privat bei Hallenturnieren mit.“ Auch andere Sportarten mit Ball sind erlaubt. „Das erhält die Beweglichkeit“, weiß der Trainer.

Und am 24. Januar geht das Mannschaftstraining dann auch schon wieder los. „Da machen wir dann sicher eine Art Fitnesstest“, kündigt Becker an. Am Sonntag, 27. Februar, steht dann schon das erste Testspiel beim SV Fellbach an.

„Hmm, ob die das wohl überall so machen mit dem Fußball-Verbot?“, fragt sich die Lese-Ratte. Da hilft nur ein weiterer Gesprächspartner: Francis Pola, der Sportliche Leiter beim SV Pattonville und FC Remseck-Pattonville. „Ja, das stimmt“, sagt er, „die Spieler sollen eher Schwimmen gehen oder auch mal Skifahren, wer das möchte.“ Einfach mal abzuschalten, das sei sehr wichtig. „Das gilt aber nur für die, die nicht verletzt sind“, fügt Pola hinzu. Denn diejenigen, die nach einer Verletzung erst wieder gesund werden müssen, sollen auch in der Winterpause mit ihrem speziellen Programm weitermachen, damit sie möglichst schnell wieder mitspielen können.

Daniel Biedermann, Trainer des SV Kornwestheim 2 in der Kreisliga A, gibt seinen Spielern zwar keinen Trainingsplan mit in die Winterpause. „Aber ein bisschen appellieren wir schon an die Vernunft“, sagt er. Der Trainer ist auch der Meinung, dass die Regeneration – also die Erholung – das Wichtigste sei. „Wenn man auf dem Zahnfleisch daherkommt, muss man erst mal Kräfte sammeln“, erklärt er der Ratte. Dann könne seine Mannschaft mit aufgeladenem Akku in die Rückrunde gehen.

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