Lokalsport Niklas Knoll siegt nach furioser Aufholjagd

Von Thomas Weingärtner
Keine Zeit verlieren: der Wechsel aufs Rad Foto: Peter Mann

Triathlon/Kornwestheim - Nach dem Schwimmen direkt aufs Rad, etliche Kilometer über die Felder strampeln und dann durch den Stadtpark laufen – über 500 Teilnehmer zählte der von der Skizunft ausgerichtete Kornwestheimer Triathlon am Sonntag, und die konnte das schlechte Wetter nicht von ihrem sportlichen Wettkampf abhalten. In 30 Klassen gingen die Triathleten an den Start. Zum 24. Mal fand die Traditionsveranstaltung mit Start im Hallenbad und dem Ziel auf dem Marktplatz statt.

„Der Triathlon hier ist einfach toll“, sagte Gerhard Bühler. Der 61-jährige Teilnehmer war mit einigen Vereinskollegen vom TC Backnang angereist und startete in der Altersklasse 60. „In Kornwestheim schwimmt man ja im überdachten Bad. Das Gefühl, wenn man dann ins Freie kommt, und aufs Rad steigt, ist großartig“, schwärmte er. Kein Wunder, dass Gerhard Bühler schon zum siebten Mal in Kornwestheim dabei war. Was aber nichts an seiner Nervosität vorm Start änderte. „Ich dachte am Anfang, das lässt irgendwann einmal nach, aber die Anspannung ist doch jedes Mal da. Das gibt sich aber meist nach den ersten Zügen im Wasser.“

Für die Teilnehmer galt es, je nach Altersklasse unterschiedliche Strecken zu bewältigen. Die jüngsten unter den Schülern mussten 50 Meter schwimmen, 2,2 Kilometer Rad fahren und einen Kilometer laufen. Der sportliche Nachwuchs legte schon im Hallenbad ein hohes Tempo vor. Auch am Zieleinlauf machten die Kinder noch einmal so richtig Dampf und lieferten sich zum Teil spannende Duelle im Endspurt. Bei den Erwachsenen waren es immerhin 500 Meter im Becken, 20 Kilometer auf dem Rad und 5,3 Kilometer zu Fuß.

„Unser Triathlon gehört zum Regio-Cup“, erläuterte Mitorganisator, Pressesprecher und Skizunft-Jugendleiter Klaus Herrmann. „Das bedeutet, man kann bei uns Punkte für die Gesamtwertung im Cup sammeln.“ Dementsprechend ist der Triathlon auch für viele Vereine aus der Region attraktiv. 100 Helfer hatte die Skizunft am gestrigen Sonntag im Einsatz, um ihr Großprojekt stemmen zu können. Dabei kümmerte sich die Skizunft nicht nur um Streckenposten und Kampfrichter, sondern auch um die Bewirtung und Betreuung von Teilnehmern und Zuschauern. „Wir stecken sehr viel Arbeit in den Wettkampf“, so Herrmann. „Für das Orgateam ist die Woche vor dem Triathlon ziemlich anstrengend. Aber es lohnt sich jedes Mal.“

Und so schlecht wie es den Anschein habe, sei das Wetter gar nicht, betonte er. „Die Wettkämpfer merken den leichten Nieselregen kaum. Solange sie warm bleiben, ist alles in Ordnung. Nur auf der Radstrecke kann es etwas rutschig werden“, warnte Herrmann.

Mit einer Zeit von 1:03:18 Stunden war Niklas Knoll der schnellste Triathlet in diesem Jahr. So richtig verschnaufen musste er nach dem Zieleinlauf nicht. „Es war ganz gut“, kommentierte er sein Ergebnis. „Wenn noch jemand vorne mitgelaufen wäre, dann wäre sicherlich mehr drin gewesen“, sagte der Sportler, der im vergangenen Jahr noch den Jugendwettbewerb gewonnen hatte. Immerhin hat der Landeskaderathlet vom Team Silla Hopp erst vor drei Wochen wieder mit dem Wettkampftraining angefangen. „Das ist für mich der zweite Wettkampf nach der Sommerpause“, erläuterte er. „Es hat sich schon gut angefühlt, viel besser als noch vor einer Woche.“ Die schwächste Disziplin von Niklas Knoll ist das Schwimmen. Gerade einmal als Neunter kam er nach seinen 500 Metern aus dem Wasser. In den anderen beiden Disziplinen startete Niklas Knoll dann eine souveräne Aufholjagd und setzte sich gegen seine Gegner mit starken Leistungen durch.

Schnellste Frau wurde Marlene Windisch aus Göppingen mit einer Zeit von 1:08:47. Sie konnte sich mit starken Leistungen in allen drei Disziplinen durchsetzen. Zwar startete Windisch die Fahrradstrecke als Vierte bei den Frauen, holte aber auf und überzeugte dann mit der schnellsten Laufzeit.

Für viele Triathleten war der Wettkampf ein gelungenes Ende der Saison. Mit einem gemütlichen Schaulaufen war das aber nicht gleichzusetzen. Gute Ergebnisse wollten alle erzielen.