Ludwigsburg Der Mix aus Stadt und Natur macht das 3B-Land aus

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Kümmert sich um den Tourismus im 3B-Land: Eric Reiter. Foto: Helmut Pangerl

Kreis Ludwigsburg - Die Marke 3B steht für den nördlichen Landkreis Ludwigsburg. Die drei Städte Bietigheim-Bissingen, Besigheim und Bönnigheim vermarkten zusammen mit Erligheim, Kirchheim am Neckar, Löchgau, Walheim, Freudental, Gemmrigheim und Mundelsheim unter diesem Namen ihre Urlaubs- und Gastangebote. Chef des Tourismusverbandes ist Eric Reiter. Er erläutert im Interview, wie sich die Besucherzahlen derzeit entwickeln.

Herr Reiter, die Strände an Nord- und Ostsee sind voll. Wegen Corona planen viele eher einen Urlaub in Deutschland als eine Fernreise. Könnte das 3B-Land von dieser Entwicklung profitieren?

Eric Reiter: Das ist schwierig zu sagen. Wir sind ja nicht das klassische Urlaubsgebiet. Deutschland war ja schon immer das am stärksten nachgefragte Reiseziel der Deutschen, aber mittlerweile sind die Feriengebiete etwa an den Küsten oder am Bodensee noch mehr nachgefragt. Wir sind eher ein Ausflugsziel, aber da merken wir die Nachfrage auch. Und das schon seit die ersten Corona-Lockerungen eingesetzt haben. Rund um Pfingsten gab es auch schon wieder erste Übernachtungen. Gerade bei Rad-Touristen und Wohnmobilisten sind wir derzeit besonders gefragt.

Sollten die Gemeinden denn jetzt die Stellplätze für Wohnmobile weiter ausbauen?

Fakt ist, dass der Markt im Bereich Wohnmobile wächst. Die Nachfrage nach Stellplätzen wird zwangsläufig größer, weil immer mehr Wohnmobile zugelassen werden. Gerade im Mai gab es diesbezüglich Rekordzahlen. Ein gutes Angebot an Stellplätzen wird auch Nachfrage generieren.

Dagegen mahnen Sie regelmäßig in Ihren Berichten an, dass es zu wenig Hotelzimmer in der Region gebe.

Wir haben hier vor Corona rund 70 Prozent Geschäftsreisetourismus in den Hotels gehabt. Am Wochenende gab es da, abgesehen von ein paar stark frequentierten Zeiten, für Touristen in der Regel kein Problem, ein Zimmer zu bekommen, aber gerade bei einem Spontanbesuch unter der Woche konnten Urlauber schon mal Schwierigkeiten haben, eine Übernachtungsmöglichkeit zu ergattern. Man muss aber abwarten, wie sich der Geschäftsreisetourismus nach Corona entwickelt.

Was viele Touristen in die Region gelockt hat, sind die diversen Feste. Die fallen ja mehr oder weniger alle aus. Wird sich das in den Übernachtungszahlen zeigen?

Da bin ich mir nicht sicher. Die Feste fallen ja überall aus. Man muss halt andere Anreize schaffen, unsere Region zu besuchen.

Welche Anreize fürs 3B-Land fallen Ihnen da ein?

Ich kenne die Region ja seit 20 Jahren und kann dennoch als quasi Außenstehender immer noch sagen, dass ich jedes Mal überwältigt bin, wie abwechslungsreich die Gegend hier ist. Wie viele andere auch, habe ich in den vergangenen Monaten besonders oft die Wanderschuhe geschnürt oder das Fahrrad geschnappt, und da sieht man erst die ganz Vielfalt: Wälder, Höhen mit Weinbergterrassen, Täler, Flussauen und eine gewisse Urbanität mit Altstädten und malerischen Ortskernen. Dieser Mix macht es hier so besonders.

Gibt es einen besonderen Trend derzeit im 3B-Land?

Also was gerade sehr nachgefragt ist, ist zum Beispiel das Stand-up-Paddling hier in Bietigheim. Das liegt auch an der guten Anbindung für Gäste aus der Region. Dann gibt es viele, die auch mit dem Kanu unterwegs sind bis nach Besigheim oder sogar Lauffen.

Sind das denn nur Gäste aus dem Großraum Stuttgart oder auch Einheimische?

Wir merken schon, dass mehr Leute im Sommer mehr Zeit daheim verbringen. Seit ein paar Monaten haben die Anfragen zu Ausflugszielen oder Touren auch von Einheimischen angezogen.

Darf man als Tourismus-Chef im Sommer eigentlich auch Urlaub woanders machen?

Klar, aber wir haben im August eigentlich unseren Weinwandertag, der dieses Jahr aber leider ausfällt. Davor geht für mich gar kein Urlaub. Wir hoffen bei dem Weinwandertag aber auf nächstes Jahr. Ich hoffe auch, dass unsere Gastronomen, Beherbergungsbetriebe und Weingüter gut durch die Zeit kommen bis in den Herbst hinein.

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