Neues Logo, neue Produkte Ludwigsburger Weihnachtsmarkt soll zur Marke werden

Von Michael Bosch
Der Ludwigsburger Weihnachtsmarkt beginnt am 22. November und hat täglich von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Zwei Tage vor Heiligabend ist der Budenzauber wieder vorbei. Foto: Kuhnle

Es ist ja nicht so, als müssten die Macher noch groß die Werbetrommel für den Barockweihnachtsmarkt in Ludwigsburg rühren. In der Stadt und im Kreis weiß jeder um seine Vorzüge, in der Region und darüber hinaus muss sich Ludwigsburg nicht vor anderen Weihnachtsmärkten verstecken: die Buden im Schatten der zwei Kirchen und dem barocken Flair, das lockt selbst Touristen aus dem Ausland an, die extra im November und Dezember kommen.

Die Verantwortlichen bei der Tourismus und Events Ludwigsburg (Telb), die den Budenzauber organisiert, sind aber offenbar der Meinung: da geht noch mehr. In den zwei Wintern ohne Markt – im letzten Jahr waren die Stände schon größtenteils aufgebaut, mussten dann aber wieder eingemottet werden, als kurzfristig das Nein aus der Landeshauptstadt kam – haben die Veranstalter ihn nicht komplett aus ihren Gedanken verbannt, sondern darüber gegrübelt, wie man ihn noch besser ins rechte Licht rücken kann.

Beleuchtung wie gewohnt, dank LED

Apropos Licht: auf dem Marktplatz wird es ab dem 22. November funkeln und leuchten wie vor der Coronapandemie. Telb-Geschäftsführer Mario Kreh begründet das damit, dass man die Beleuchtung schon vor einiger Zeit komplett auf LED umgestellt habe. Auf dem relativ schlecht ausgeleuchteten Marktplatz sei das auch eine Sicherheitsfrage. Kreh verspricht, dass das Ambiente dem des Ludwigsburger Weihnachtsmarkts vor Corona in nichts nachstehen werde. Alles beim Alten also.

Neu hingegen ist, wie die Macher den Markt positionieren. Als richtige Marke. Es gibt ein neues Logo mit dem ikonischen Engel, die auch in diesem Jahr über den Ständen thronen werden. Das Logo prangt fortan auf Tassen, aber auch auf Produkten von drei lokalen Unternehmen, mit denen sich die Telb zusammengetan hat. Bäckermeister Florian Lutz hat einen Lebkuchen kreiert, von der Tee-Gschwendner-Filiale in Ludwigsburg gibt es einen Tee und Schokolade, in Marbach haben die dortigen Weingärtnern zwei Sorten Glühwein in Flaschen gefüllt.

Influencer auf den Weihnachtsmarkt eingeladen

Den Weihnachtsmarkt auszuschlachten, gar eine „Cashcow“ zu melken, darum gehe es nicht, versichert der stellvertretende Telb-Geschäftsführer Elmar Kunz. Die Margen seien ohnehin niedrig, vielmehr sei die Idee, den Ludwigsburger Weihnachtsmarkt für diejenigen daheim erlebbar zu machen, die aus welchen Gründen auch immer nicht in die Innenstadt kommen könnten. Den Weihnachtsmarkt über die Grenzen der Barockstadt hinaus bekannt zu machen, das ist den Machern offenbar ein Anliegen. Beispielsweise wurden Influencer am 29. November zu einem „Instawalk“ über den Markt eingeladen. Kunz betont, dass das Publikum seit jeher gut durchmischt sei, explizit Jüngere müsse man nicht ansprechen. Schaden dürfte es aber auch nicht.

Dass in diesem Jahr nur 140 statt bislang 180 Stände auf dem Marktplatz und drumherum verteilt sind, wird den Gästen nicht auffallen, glaubt Mario Kreh. Ansonsten erwarte die Besucher Altbewährtes. „Viele gehen auf Nummer sicher“, sagt Kreh zum Angebot der Beschicker. Einige, die nicht mehr dabei sind, seien aus Altersgründen ausgeschieden, oder weil ihnen die Situation zum Zeitpunkt der Bewerbungen zu unsicher war.

Die Fußball-WM soll auf dem Weihnachtsmarkt keine Rolle spielen

Kreh und sein Stellvertreter Kunz gehen wieder von einem Barockweihnachtsmarkt „unter normalen Bedingungen“ aus. Notfalls könnten die Organisatoren auch auf eine Coronaverordnung – die sich derzeit aber überhaupt nicht abzeichnet – reagieren.

Vor Corona war stets von etwa einer Million Besucher auf dem Ludwigsburger Weihnachtsmarkt die Rede. Die Telb-Chefs sehen keinen Anlass, warum es in diesem Jahr sehr weniger sein sollten. Sie rechnen mindestens mit einer hohen sechsstelligen Zahl. Dass die Fußball-WM in die Weihnachtsmarktzeit fällt, interessiert Kreh übrigens nicht. „Das wird keine Auswirkungen auf uns haben“, sagt er. Public Viewings oder Übertragungen an Ständen wird es nicht geben, „um die einmalige Atmosphäre des Weihnachtsmarkts nicht zu torpedieren“.

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