Ringen Drei neue Trainer sorgen für frischen Wind bei den Mattenkämpfern

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Craig Taylor trainiert mit dem Nachwuchs der Skizunft. Foto: Marius Venturini

Kornwestheim - Immer im Kreis, Knieangriff, dann auf den Boden, wieder hoch und weiter im Kreis. „Jetzt bringen wir den Puls ein bisschen hoch“, sagt Bilal Cevic, Leiter des Referats Ringen bei der Skizunft. Dort ist der Mattensport seit einigen Monaten zuhause, nachdem sich der traditionsreiche ASV Kornwestheim zum Jahreswechsel aufgelöst hat. Als nächstes stehen im Ringerraum der Stadionhalle Kniebeugen an. Erst einmal nur zehn Stück. „Ich würd’ genau eine machen und wäre dann platt“, hört man eine der wartenden Mütter flüstern. Doch die Kinder halten tapfer durch, zumal das erst der Anfang der Trainingseinheit ist.

Die wird von gleich drei neuen Coaches geleitet. „Seit eineinhalb Monaten sind wir jetzt so beieinander“, berichtet Ceviz, „davor habe ich das alles beim ASV fünf Jahre alleine gemacht.“ Nun unterstützen ihn die Brüder Craig und Mike Taylor sowie Etou-Assignon Mawulom bei den Trainingseinheiten. Sie sollen dabei helfen, den Ringersport wieder auf ein ansprechendes Level zu hieven. „Die Motivation ist riesig“, betont Ceviz. Die neuen Coaches sollen nicht nur die Jugend anleiten, sie sollen auch dabei helfen, bis zum September 2020 wieder eine Aktivenmannschaft an den Start zu bekommen.

Bis September 2002 soll es wieder eine Aktivenmannschaft geben

Der Kontakt zu den Taylor-Brüdern wurde durch einen Zufall intensiviert. „Wir haben eine Youtube-Dokumentation gedreht und wollten dafür in der Stadionhalle ein paar Aufnahmen machen“, berichtet der 32-jährige Craig Taylor, einstmals selbst Ringer beim ASV Kornwestheim in der Gewichtsklasse 84 Kilogramm. So sei man wieder mit Ceviz zusammengekommen. „Außerdem wohne ich nur zwei Minuten zu Fuß von hier entfernt“, so Craig Taylor weiter. Und in Person seines 37-jährigen Bruders Mike hat die Skizunft nun sogar einen ehemaligen Deutschen Meister, mehrfachen Württembergischen Meister und WM-Teilnehmer in ihren Reihen. Beide wissen: Ringen ist nach wie vor eine absolute Randsportart – allerdings eine, die den acht Kindern, darunter ein Mädchen, sehr wohl Spaß zu machen scheint. Und das, obwohl sich der Ringerraum während der ersten halben Stunde nach und nach in eine Sauna zu verwandeln droht. „Holt euch die Äpfel von ganz oben“, fordert Ceviz den Nachwuchs auf, sich ganz lang zu machen. Dann überlässt er das Training wieder dem neuen Trio, zu dem auch Etou-Assignon Mawulom gehört. Den 30-Jährigen, der in der Gewichtsklasse 96 Kilogramm für die aktive Mannschaft vorgesehen ist, brachten die Taylors gleich mit. „Ich kümmere mich bei den Jüngeren vor allem um das Krafttraining und die Motivation“, sagt er. Der Zuffenhausener kommt ursprünglich vom Karate und Taekwondo, hat aber auch schon Erfahrung im Ringen.

„In den leichteren Gewichtsklassen fehlen uns aber noch ein paar Leute“

Auch wenn der Anfang gemacht ist: Es ist noch ein ordentliches Stück bis zu einer wettkampffähigen Mannschaft. „Es sieht ganz gut aus bisher, in der 85er-Klasse würde ich mich auch noch hinstellen zur Not“, sagt Mike Taylor, dessen Vater bis zu seinem 57. Lebensjahr aktiv gerungen hat. „In den leichteren Gewichtsklassen fehlen uns aber noch ein paar Leute“, fasst er zusammen. Und Bilal Ceviz ergänzt: „Wir müssen eben jede Gewichtsklasse doppelt besetzen.“

Inzwischen ist die aufgewärmte Trainingsgruppe bei den ersten ringerspezifischen Übungen angekommen. Auch dabei geben die Coaches Hilfestellung, bieten eine altersgerechte sogenannte Griffschule. „Am Schluss wird dann immer noch wirklich gerungen und auch ein bisschen gebubelt“, so Ceviz.

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