Schach und Tauchen Luft anhalten, abtauchen – und Schach spielen

Von aw/mv
Als Sieger wieder aufgetaucht: Schachfreund Julian Maisch Foto: privat

Kornwestheim - Vielleicht ist dem ein oder anderen das „Schachboxen“ ein Begriff: Drei Minuten Schachspielen, drei Minuten Boxen – grob gesagt bis einer ausgeknockt oder schachmatt ist. Nun kommt eine neue Variante des königlichen Spiels aufs Tapet. Der Schachclub Ellwangen hatte vor Kurzem im dortigen Wellenbad zur ersten deutschen Meisterschaft im Tauch-Schach geladen. Und das funktionierte – logischerweise – etwas anders und auch ohne Boxhandschuhe und Mundschutz, dafür mit Taucherbrille.

Jeweils 13 Jugendliche und 13 Erwachsene versuchten, beim Tauchen die besten Züge zu machen. Gespielt wurden vier Partien, wobei die Bedenkzeit unbegrenzt – oder besser gesagt: von der Natur vorgegeben – war. Die Spieler konnten so lange überlegen, wie sie unter Wasser die Luft anhalten konnten. Das gelang Julian Maisch von den Schachfreunden Kornwestheim am Besten. Er gewann alle Partien und darf sich nun mit Fug und Recht Deutscher Meister 2021 im Tauch-Schach nennen.

In einer Wassertiefe von 1,20 bis 1,50 Meter waren große Garten-Schachfiguren mit einem entsprechenden Schachbrett aufgestellt worden. Ansonsten wurde nach normalen Schachregeln gespielt, gepaart mit einmal Luft holen vor dem Abtauchen. Tauchte ein Teilnehmer auf, ohne einen Zug gemacht zu haben, hatte er die Partie sofort verloren. Das Feld der Spieler war bunt gemischt: vom Hobby-Schachspieler über erfahrene Ligaspieler bis zu guten Tauchern war alles vertreten.

Nun ist Julian Maisch zwar kein Profi-Taucher, als Verbandsligaspieler kann er sich aber die Züge über die ganze Partie hinweg merken. So überlegte er sich schon vor dem Abtauchen, was sein Gegner gezogen haben könnte. Natürlich hatte er auch seine Antwortzüge schon vorrätig. Dies sparte Bedenkzeit und so konnte er die Tauchphase für die besten Züge nutzen. Am Ende war Maisch in all seinen Partien siegreich und sicherte sich den Meistertitel auch mehr als verdient.

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