Tennis Djokovic: Vereine hoffen auf Niederlage

Von Jacqueline Fritsch
Tennisstar Novak Djokovic Foto: dpa/Elise Amendola

Kornwestheim - Man sollte sich an die Regeln halten – so einfach formuliert es Steffen Class vom TC Oberstenfeld. Er spricht über Tennisstar Novak Djokovic, der zurzeit in Australien die letzten Trainingseinheiten für die Australian Open absolviert. Ob er am kommenden Montag bei dem großen Tennisturnier antreten darf, steht am Dienstagnachmittag noch nicht fest. Es hat viel Wirbel um den Serben gegeben, der laut Gerichtsakten nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und deshalb eigentlich nicht nach Australien einreisen darf. Steffen Class vom TC Oberstenfeld findet, dass es dabei auch für Spitzensportler keine Ausnahme geben sollte. „Es gibt dort Menschen, die seit Monaten ihre Familie nicht gesehen haben, weil sie nicht einreisen dürfen, und dann kommt so ein Impfgegner daher“, sagt er. Der Sportwart stellt klar, dass er niemanden verurteile, der sich nicht impfen lassen möchte. „Aber dann muss man eben damit leben, dass man in bestimmte Länder nicht einreisen darf“, sagt Class. Sollte Djokovic an den Start gehen dürfen, glaubt Class, dass er den Sieg holt. „Ich befürchte es, aber ich hoffe, dass er nicht gewinnt“, sagt er.

Für den TC Oberstenfeld ist das Reisen von ungeimpften Tennisspielern kein neues Thema. Im vergangenen Jahr hat ein brasilianischer Spitzenspieler den Club unterstützt. „Er hatte in Brasilien keine Chance, sich impfen zu lassen“, erzählt Steffen Class. So hätte der Spieler nicht direkt nach Deutschland reisen dürfen, aber in andere EU-Länder. Da er dort sowieso Turniere spielen wollte, hat er das gemacht und sich im erstbesten Land impfen lassen. Ein paar Wochen später konnte er dann problemlos nach Deutschland kommen und Tennis spielen.

Nicht gut kommuniziert

Zurück zum Fall Djokovic: Johannes Maisch vom Tennisclub Kornwestheim sieht es kritisch, dass Djokovic erst eine Ausnahmegenehmigung gehabt haben soll und dann die Einreise verweigert bekam. „Da müsste der Veranstalter des Turniers besser mit dem Staat kommunizieren“, sagt er.

Es gebe auch andere Tennisprofis mit dem gleichen Problem – die erzeugen laut Maisch nur keine so große Öffentlichkeit. Insgesamt findet Johannes Maisch, dass es gerade bei Leuten wie Novak Djokovic wichtig wäre, dass sie sich impfen ließen – wegen der Botschaft. „Andererseits muss man sagen, dass es keine Impfpflicht gibt. Es ist keine Straftat, dass er ungeimpft ist“, sagt Maisch. Er geht davon aus, dass das Thema im TC Kornwestheim noch diskutiert wird.

Eines ist für ihn aber klar: Sollte Djokovic antreten dürfen, hofft Johannes Maisch nicht auf den Sieg. „Ich bin kein Fan von ihm, unabhängig von dem, was jetzt gerade passiert. Und ich hoffe sowieso auf einen deutschen Sieg“, sagt Maisch.

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