Fußball Traum von Bezirksliga ist ausgeträumt

Von Melanie Bürkle
Mustafa Zivali (rechts) mit dem Torschuss - doch der TSC bleibt ohne Treffer. Foto: Peter Mann

Der Schuss saß. Im doppelten Sinne. Es war ein weiter Abschlag von Besigheims Torhüter Robin Mihojlovic, und Tolunay Sahin musste das Leder nur noch mit dem rechten Fuß locker über die Linie ins Netz schieben. So einfach war das 0:3. Die Spieler des TSC Kornwestheim wie gelähmt. Die mitgereisten Zuschauer und Fans packten unterdessen die Sachen und verließen das Sportgelände des TSV  Großglattbach. Das war nun, in der 90. Minute, eindeutig zu viel für die nicht nur von der Hitze gebeutelten Kornwestheimer.

Dabei hatte es wenige Minuten zuvor erstmalig in der Relegationspartie gegen die SpVgg Besigheim gar nicht so schlecht für den TSC Kornwestheim ausgesehen. Denn in der 85. Minute hatten die Kornwestheimer ihre erste richtige Torchance überhaupt. Von der Ecke aus zwirbelte Enes Kalan den Ball wunderschön auf den Kasten. Jedoch wenige Zentimeter zu hoch, und so flog der Ball knapp über die Querlatte und streifte das Netz von der falschen Seite.

Erster Torschuss erst kurz vor Ende

Nur einige Sekunden später folgte aber sogar die erneute Möglichkeit für die TSCler. Ali Caliskan lauerte in der Mitte im Strafraum und bekam unvermittelt das Runde vor die Füße gespielt. Er donnerte jedoch den Ball rund einen Meter neben dem linken Pfosten vorbei.

Das war es dann aber schon an schönen Aktionen der Kornwestheimer gewesen. Insgesamt lässt sich sagen: im gesamten Spiel. Denn die Partie bot kein hitziges, emotionsgeladenes, spannendes Duell. Heiß war am Sonntagnachmittag wirklich nur das Wetter. Auf beiden Seiten fehlte ein richtiger Spielaufbau. Keiner auf dem Platz schien sich zu bemühen, eigenständig aktiv zu werden. Beide Mannschaften versuchten es mit Abwarten. Und das dann zu nutzen gelang Besigheim eben deutlich besser.

Besigheim ist zumindest präsent

Denn die SpVgg war letztlich das bissigere Team auf dem Rasen. Sie versuchte wenigstens von Beginn an, ihre Chancen zu verwandeln. So zeigten Besigheimer bereits in der Anfangsviertelstunde, dass sie gefährlich werden können. Drei Chancen vergaben sie in der ersten halben Stunde. Die Mannschaft machte Druck, hielt sich nur in der gegnerischen Hälfte auf, auch wenn sie keine spielerische Glanzleistung zeigte. Doch Besigheim war in dieser Phase wenigstens präsent.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis Torjubel folgte – nach einem Spielzug über links war Masallah Cihanoglu erfolgreich. Ohne Kompromiss donnerte er das Leder ins rechte obere Eck (39.). Mit diesem Spielstand ging es auch in die Halbzeitpause.

Passivität ist für Trainer nicht erklärbar

Danach ging die Partie nahezu identisch weiter. Abwarten. Bälle schieben. Abwarten. Und so fiel in der 55. Minute das 0:2. Wieder ein eher verirrter Ball nach vorne, und Ulas Uysal verwandelte aus zehn Metern recht unverblümt. Es folgte spät das besagte 0:3 durch Tolunay Sahin, und dessen 0:4 in der 92. Minute war nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein. Da hatten die Kornwestheimer das Spiel schon abgehakt. TSC-Trainer Adem Demir konnte sich all das nach der der Partie nicht wirklich erklären. „Normalerweise sind die Spieler in K.O.-Runden sehr gut und nicht zurückhaltend. Ich weiß nicht was los war.“ Der Coach gab zu, dass Besigheim eindeutig mehr wollte. „Sie haben es klar für sich entschieden und wir wünschen viel Glück fürs kommende Spiel.“ In den nächsten Tagen wird er sich noch Gedanken machen über diese verpasste Aufstiegschance. Die Mannschaft sicherlich auch.

TSC Kornwestheim: Korkmaz – Balci, Ercan, Sahbaz, Durmus (42. Dos Santos), Vasile, Succurro (79. Sever), Uzun, Kalan, Yilmaz (60. Ceyhan), Zivali (75. Caliskan).

Artikel bewerten
5
loading